Kaapstad/Cape Town/iKapa

Nun wohne ich schon seit über zwei Monaten, zwar nicht direkt in Kapstadt, aber zumindest in der näheren Umgebung. Genauer gesagt in Bellville, wo sich der Campus der medizinischen Fakultät der University of Stellenbosch befindet und auf ihm das gigantische Tygerberg Hospital.

Neben dem Arbeiten im Krankenhaus (dazu gibt es einen extra Eintrag) habe ich hier schon einiges erlebt, denn zum Glück haben wir auch ausreichend Freizeit, wie sich das für Studenten so gehört.

Hier nun ein paar Eindrücke der vergangenen Monate…

Unsere erste Besteigung des Tafelbergs, anstrengend, aber es lohnt sich…

Rugby ist eine ganz große Sache hier in Südafrika, das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Es war übrigens eher wie ein riesiges Karneval-/Partyevent und nicht wie ein reines Rugbyturnier. Fast alle waren verkleidet und haben gefeiert und Spaß gehabt. Stattgefunden hat das ganze im Cape Town Stadium, das für ca. 300 Mio. € für die Fußballweltmeisterschaft 2010 gebaut wurde und seitdem leider kaum genutzt wird.

Ich habe übrigens auch direkt zu Beginn mein Lieblingscafé gefunden. Ein Schokocafé. Fast ausschließlich vegan. Ich liebe es. Und inzwischen bin ich dort schon Stammgast und werde zur Begrüßung umarmt. So muss es sein…

Auch abends haben wir natürlich schon einiges unternommen. Hauptsächlich auf der Long Street, da steppt abends und vor allem am Wochenende der Bär. Besonders toll war es, dass ich Lou und Cane und auch Agnes und Rex, die ich alle auf meiner Reise kennengelernt habe, wiedergetroffen habe.

Mit meinen Mitbewohnern aus der Lodge wird es auch nie langweilig. Wir gehen zusammen wandern, an den Strand oder verbringen lustige Abende bei uns auf dem Campus.

Ganz besonders toll war der Besuch meiner beiden Lieblingsschwestern von Weihnachten bis Mitte Januar. Wir hatten zweieinhalb tolle Wochen, natürlich stand der Tafelberg wieder auf dem Programm, ein leckeres Weihnachtsessen, Wanderungen, Wine Tastings, Strandspaziergänge usw. Auch meine Freundin Stephi war auf der Durchreise zu ihrem PJ in Windhoek für ein paar Tage da. Es war einfach eine grandiose Zeit!!!

Am zweiten Januar gibt es jedes Jahr eine große Parade in Kapstadt, die Second New Year Street Parade, auch Kaapse Klopse genannt. Ich war überrascht, wie gut das ganze organisiert war (Absperrungen, Polizei, Toiletten usw.). Die Zuschauer kampieren teilweise den ganzen Tag hinter den Absperrungen mit Zelten, Campingkochern, Stühlen und Decken. Das Fest wurde erstmals in der Mitte des 19. Jahrhunderts gefeiert, als die Sklaven in Kapstadt einen Tag im Jahr (den 2. Januar) freigekriegt haben und tanzend und singend die Straßen entlanggezogen sind.

Insgesamt kann ich bisher sagen, dass ich mich hier pudelwohl fühle. Kapstadt ist eine beeindruckende Stadt, die sehr viel zu bieten hat. Besonders toll ist, dass man das Meer, die Berge und die große Stadt so dicht beeinander hat. Die umliegende Landschaft ist wahnsinnig schön und die Menschen sind extrem freundlich.

Schockierend ist allerdings, wie sehr das Land noch von der Apartheid gekennzeichnet ist. Als Tourist bekommt man davon kaum etwas mit, aber dadurch, dass wir im Krankenhaus täglich mit der ärmsten Bevölkerungsschicht zu tun haben, erleben wir diese Unterschiede viel extremer. Die Reichen sind fast ausschließlich Weiße und wohnen in den schönsten und eingezäuntesten Gegenden, die Schwarzen in den Townships nur wenige Kilometer weiter in Wellblechhütten. Dadurch entstehen natürlich sehr viele Konflikte. Überfälle und Diebstähle geschehen tagtäglich mitten in der Stadt. Vielen meiner Freunde hier wurden schon Handys und Kreditkarten geklaut. Ich hoffe, dass ich davon weiterhin verschont bleibe… Toi toi toi

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