Haie, Surfen und Hobbits

Weiter geht’s. Ich habe nur noch weniger als zwei Wochen, bis mein PJ in Stellenbosch beginnt, also muss ich mich langsam etwas sputen, wenn ich unterwegs noch ein paar Sachen unternehmen und sehen will… Erstmal nach Umkomaas, dort kann man anscheinend gut tauchen. Und es gibt viele Haie. Mal sehen…

Umkomaas ist wirklich winzig. Das Zentrum besteht aus einem kleinen Supermarkt, einem Geldautomaten und einer Tankstelle. Dafür gibt es sechs oder sieben Tauchcenter, das klingt ja schonmal vielversprechend. Das Wetter war, wie schon die Tage zuvor, echt beschissen, ich habe trotzdem einen Strandspaziergang gemacht und mir den Ort angesehen. Am nächsten Morgen gings früh los, mit dem Auto zu einer Flussmündung, dann rauf aufs Boot und hinaus aufs stürmische Meer. Den ersten Tauchgang habe ich mir aus finanziellen Gründen gespart und bin stattdessen ums Boot geschnorchelt. Und das hat sich gelohnt! Vom Boot aus hatte ich die eine oder andere Haiflosse gesehen und war ganz scharf darauf, ins Wasser zu gehen. Der Kapitän von dem Boot hatte mich erst nicht lassen wollen ohne einen extra Guide, aber dann meinte er: „Immer die Hände nah am Körper lassen und nicht rumwedeln, sonst beißen sie vielleicht, weil sie deine Hand für einen Fisch halten. Und übrigens: wenn du gebissen wirst, lasse ich dich hier zurück. Ich übernehme für nichts die Verantwortung!“… Ok…. Wird schon. Ich wusste, dass ich es nicht bereuen würde, selbst wenn ich danach ein paar Finger weniger hätte. Nein, Spaß. Es war wirklich unglaublich! Überall um mich herum waren Haie, sie waren alle ca. zwei Meter lang und ich war sofort beeindruckt, wie elegant und schnell sie sich bewegen! Sie sind so neugierig und kommen echt nah an einen heran, plötzlich taucht einer unter dir durch, nur 20 cm entfernt, aber sie tun nichts. Wahrscheinlich fragen sie sich einfach nur „Was ist das denn für ein komisches unbekanntes Schwimmobjekt?“. Es war auf jeden Fall die intensivste und unglaublichste Dreiviertelstunde überhaupt für mich. Dagegen war der Tauchgang danach fast langweilig, obwohl wir noch mehr Haie und riesige Moränen gesehen haben.

Nachmittags ging es direkt weiter zu einem der nächsten winzigen Orte an der Küste, Umzumbe. Dort lässt es sich wohl gut surfen?!! Das „Mantis & Moon“ Backpackers ist wie ein riesiger Dschungel, echt toll (habe leider vergessen, Fotos zu machen…). Als ich abends ins Bad gehen wollte, hat mich einer der Surflehrer angesprochen, das hat zu den merkwürdigsten 30 Minuten überhaupt geführt. Erst hat er mir irgendwelche Yogaposen vorgeturnt, dann hat er mir völlig ohne Zusammenhang auf einmal sein Herz ausgeschüttet und mir viel zu detailliert erzählt, dass sein Ex-Freundin ihm das Herz gebrochen hat und er einfach nicht darüber hinwegkommt. Ich saß da und wusste einfach nicht, was ich sagen sollte!!! So etwas erzählt man doch niemandem, den man nicht kennt… Als ich es irgendwann geschafft habe, diesem Gespräch zu entkommen, dachte ich nur „Hoffentlich ist das nicht mein Surflehrer für den nächsten Tag!“ Leider ist mein Wunsch nicht in Erfüllung gegangen… Der Typ hat echt einen Schaden, dachte ich, als er mir am nächsten Morgen beim Frühstück ein Stück Papaya auf die Stirn gedrückt hat und meinte, ich werde es brauchen, das würde mich aufs Surfen vorbereiten, meinen Kopf von überflüssigen Gedanken befreien. Ahja… Im strömenden Regen gings los zum Strand, zwei Lehrer und zwei Schüler. Am Strand bekam ich langsam echt Respekt vor der ganzen Aktion. Es war extrem windig, die Wellen gigantisch! Nach ein paar Trockenübungen mussten wir die ersten paar Meter zügig zurücklegen, während die Wellen gerade nicht so hoch waren. Dann sind wir auf den Brettern rausgepaddelt und ich habe bemerkt, dass Surfen viel schwieriger ist, als es aussieht! Ich habe es vielleicht drei oder vier Mal geschafft, aufzustehen und ein paar Sekunden auf dem Brett zu verharren. Viel öfter wurde ich von den gigantischen Wellen ordentlich durch die Gegend gewirbelt, bis ich nicht mehr wusste, wo oben und unten war und dachte, ich würde nie wieder auftauchen. Das war nach zwei Stunden echt langsam erschöpfend und nachdem wir zurückgekommen sind, war ein langer Mittagsschlaf angesagt. Abends habe ich an einer sehr entspannenden Yoga-Stunde (zum Glück ohne meinen verrückten Surflehrer) teilgenommen und den Abend ruhig ausklingen lassen, denn am nächsten Morgen wollte ich früh los.

Und zwar nach Hogsback, ein winziger Ort in wunderschönen grünen Bergen. Angeblich hat die Landschaft in der Gegend J.R.R. Tolkien zu seinen Büchern über Mittelerde inspiriert. Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber vorstellen kann man es sich auf jeden Fall. Vor allem, weil in Hogsback alles nach Tolkiens Geschichten benannt ist und es laut Legenden Feen in den Wäldern gibt. Das Hostel in dem ich geschlafen habe, hieß, passend zu den ganzen Geschichten, „Away with the fairies“. Bekannt ist es vor allem wegen seiner Badewanne direkt am Abhang mit wundervoller Aussicht auf die Umgebung. Ich habe am nächsten Morgen eine kurze Wanderung unternommen, am Kamin passenderweise „Der Herr der Ringe“ gelesen und dann ein Bad genommen. Es war echt unglaublich! Es gibt sogar warmes Wasser, auch wenn es etwas bräunlich ist. Trotzdem war es echt ganz schön kalt und windig und nachmittags saß ich dann warm und wohlbehalten wieder im Auto auf dem Weg nach Port Elisabeth.

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